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Die Krankmeldung muss in der Regel am dritten Tag der Krankheit beim Arbeitgeber vorliegen. Seit dem 1. Januar 2023 erfolgt die Übermittlung elektronisch durch die Krankenkassen an den Arbeitgeber, so dass die gesetzlichen Krankenversicherte keine AU-Bescheinigung mehr direkt beim Arbeitgeber abgeben müssen. Eine Krankschreibung durch den Arzt kann auch rückwirkend ausgestellt werden, wenn sie innerhalb von drei Tagen nach Beginn der Erkrankung erfolgt.

Ab wann braucht man eine Krankmeldung?

Eine Krankmeldung sollte unverzüglich am ersten Tag der Arbeitsunfähigkeit erfolgen. Im besten Fall geben Sie Ihrem Arbeitgeber noch vor dem eigentlichen Arbeitsbeginn Bescheid. Anders sieht es bei einem ärztlichen Attest, der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU), aus. Wie lange Sie ohne Attest aus Krankheitsgründen der Arbeit fernbleiben dürfen, wird in der Regel in Ihrem Arbeitsvertrag oder Tarifvertrag festgeschrieben. Sollte dort nichts festgelegt worden sein, dürfen Sie 3 Tage ohne ärztliches Attest der Arbeit fernbleiben.

Unterschied zwischen Krankmeldung und Attest

Die Krankmeldung ist nur die Information über die Erkrankung an den Arbeitgeber und erfolgt durch den Arbeitnehmer selbst. Ein Attest hingegen kann nur von einem Arzt ausgestellt werden und bescheinigt, dass der Angestellte krankheitsbedingt nicht arbeiten kann. Synonym wird das ärztliche Attest auch als Krankschreibung und Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung bezeichnet.

Während die Krankmeldung bereits am ersten Tag vorliegen muss, wird das Attest (in der Regel) erst benötigt, wenn Sie länger als drei Tage krank sind. Nach aktuellem Urteil des Bundesarbeitsgerichts (Az. 5 AZR 886/11) können Arbeitgeber aber auch vor der 3-Tage-Frist das ärztliche Attest anfordern.

Wie formuliere ich eine Krankmeldung?

Die Krankmeldung kann sowohl schriftlich als auch telefonisch eingereicht werden. Wichtig ist nur, dass die Krankmeldung rechtzeitig vom richtigen Ansprechpartner empfangen wird. Eine Begründung oder eine Diagnose muss übrigens in der Krankmeldung nicht angegeben werden.

Beispiel-Formulierung für eine Krankmeldung

Betreff: Krankmeldung

Sehr geehrte/r [Name des Arbeitgebers],
hiermit melde ich mich krank und kann am [Datum] nicht zur Arbeit erscheinen. Die voraussichtliche Dauer der Arbeitsunfähigkeit beträgt x Tage.
Ich stehe Ihnen gerne zur Verfügung, um Fragen zu meiner Arbeit oder Projekten, an denen ich beteiligt bin, zu beantworten, soweit es mir möglich ist.
Mit freundlichen Grüßen,
[Ihr Name]


Wie melde ich mich krank bei der Arbeit?

Wer bei Krankheit informiert werden muss, ist in jedem Unternehmen unterschiedlich. In der Regel muss die Krankmeldung an den direkten Vorgesetzten oder die zuständige HR-Abteilung gehen. Sollte es bestimmte Vorgaben geben, an wen oder in welcher Form die Krankmeldung zu erbringen ist, finden Sie diese im Arbeitsvertrag, im Tarifvertrag oder in der jeweiligen Betriebsvereinbarung.

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Ist eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung Pflicht?

Nur weil Sie krankheitsbedingt der Arbeit fernbleiben, müssen Sie nicht automatisch ab dem ersten Tag ein ärztliches Attest beziehungsweise eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU) vorweisen können. Das Arbeitsrecht sieht für das Attest eine Frist von drei Tagen (inklusive Wochenende) vor. Allerdings kann Ihr Arbeitgeber eine AU-Bescheinigung schon vorher von Ihnen verlangen.

Was passiert, wenn man die Krankmeldung nicht an die Krankenkasse schickt?

Der Arbeitnehmer muss die Krankmeldung weder an die Krankenkasse noch an den Arbeitgeber senden. Die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) wird automatisch von dem behandelnden Arzt an die Krankenkasse weitergeleitet, welche es dann an den Arbeitgeber sendet.

Kann man 3 Tage zu Hause bleiben ohne Krankmeldung?

Die Krankmeldung sollte am ersten Tag der Erkrankung beim Arbeitgeber vorgelegt werden. Jedoch ist es in den meisten Fällen ausreichend, erst nach 3 Tagen die ärztliche Krankschreibung vorzulegen. Wer sich nicht rechtzeitig krank meldet, fehlt unentschuldigt und riskiert arbeitsrechtliche Konsequenzen.

Muss ich mich telefonisch krank melden?

Im Allgemeinen legt der Arbeitgeber fest, wie er im Krankheitsfall über die Krankmeldung informiert werden möchte. Häufig wird eine telefonische Krankmeldung bevorzugt, um sicherzustellen, dass der Betrieb schnellstmöglich über das Fehlen informiert wird. Eine Krankmeldung per E-Mail wird ebenfalls von den meisten Arbeitgebern akzeptiert.

In seltenen Ausnahmefällen kann auch eine Krankmeldung per WhatsApp, Telegram oder SMS möglich sein, allerdings sollte dies ausdrücklich mit dem Arbeitgeber vereinbart und idealerweise schriftlich festgehalten werden. Auch von einer Krankmeldung per Post ist abzuraten, da der Versand im Allgemeinen zu lange dauert und die Krankmeldung nicht mehr rechtzeitig eintrifft.

Was passiert, wenn man keine Krankmeldung abgibt?

Wer keine Krankmeldung abgibt, riskiert schwerwiegende arbeitsrechtliche Konsequenzen. Oftmals führen zu spät abgegebene Krankmeldungen zu einer Abmahnung oder sogar einer Kündigung. Eine fehlende Krankmeldung entspricht einem unentschuldigten Fehlen und verletzt somit die arbeitsvertraglichen Pflichten. In der Praxis kommt es meistens erst zu einer verhaltensbedingten Kündigung, wenn der Arbeitnehmer sich mehrfach nicht (rechtzeitig) krank gemeldet hat. Eine Kündigung bei erstmaliger verspäteter Krankmeldung ist in den meisten Fällen jedoch nicht angemessen und kann vor dem Arbeitsgericht angefochten werden.

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