AU Bescheinigung

AU Bescheinigung

Inhalt:

AU-Bescheinigung: Definition

AU-Bescheinigung ist die Abkürzung von Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung und meint eine ärztliche Bescheinigung über eine festgestellte Erkrankung bei einem Arbeitnehmer, in dessen Folge er seine vertraglich-geregelte Arbeitsleistung nicht erbringen kann. Die AU-Bescheinigung ist auch unter den Synonymen "AU-Schein" und "Krankenschein" bekannt, umgangssprachlich ist auch “Gelber Schein” gebräuchlich.

So lassen Sie sich als Arbeitnehmer krankschreiben

  1. Krankmeldung
  2. Arztbesuch
  3. Krankschreibung
  4. Einreichung beim Arbeitgeber
  5. Einreichung bei der Krankenkasse

1. Krankmeldung

Sobald der Arbeitnehmer bemerkt, dass er krank ist und nicht arbeiten kann, muss er dem Arbeitgeber Bescheid geben. Dabei gibt es keine gesetzlichen Vorgaben: die Krankmeldung kann telefonisch, per Mail, persönlich oder über eine Personal-Software eingereicht werden. Einige Arbeitgeber fordern eine spezielle Form der Krankmeldung, zum Beispiel um einheitliche Abläufe sicherzustellen. Solche Regelungen sind dann normalerweise im Arbeitsvertrag festgehalten.

2. Arztbesuch

Wenn der Arzt nach eingehender Untersuchung feststellt, dass der Angestellte nicht arbeiten kann, stellt er eine AU-Bescheinigung aus.

3. Krankschreibung

Der Angestellte erhält in der Regel eine vierseitige Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung. Die dritte Durchschlagseite ist für die persönliche Ablage bestimmt und sollte unbedingt aufbewahrt werden.

Häufig wird die Krankschreibung mit der Krankmeldung verwechselt, tatsächlich ist aber erste die Bescheinigung durch einen Arzt eine echte Krankschreibung.

4. Einreichung der Krankschreibung beim Arbeitgeber

Gesetzlich ist geregelt, dass die Krankschreibung spätestens ab dem vierten Tag der Krankheit beim Arbeitgeber vorzulegen ist. In einigen Arbeitsverträgen ist aber auch eine kürzere Frist festgehalten, ab wann eine Krankmeldung beim Arbeitgeber nötig ist.

5. Einreichung bei der Krankenkasse

Vor dem 1. Januar 2022 musste die AU-Bescheinigung bei der Krankenkasse eingereicht werden. Inzwischen sendet die Praxis, die den Krankenschein ausstellt, der Krankenkasse die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) automatisch digital zu. Die Krankenkasse benötigt die Bescheinigung, um die genaue Dauer des Anspruches auf Entgeldfortzahlung zu prüfen und (wenn zutreffend) den Anspruch auf Krankengeld festzustellen.

Inhalt der AU-Bescheinigung

Die AU-Bescheinigung folgt immer dem gleichen Aufbau und besteht aus vier durchschreibenden Seiten im DIN A5 Format. Für privat krankenversicherte Arbeitnehmer kann dieser Krankenschein auch durch eine einfache, freitextliche Bescheinigung ersetzt werden.

AU-Bescheinigung (Muster der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung)
AU-Bescheinigung (Muster)

Welche Seite für wen?

AU-Bescheinigung: Welche Seite für wen?

Seite der AU-Bescheinigung

Aussehen

Original oder Durschschlag

Empfänger

Seite 1

Gelb

Original

Krankenkasse (oder Kostenträger)

Seite 2

Gelb, kleiner als die anderen Seiten

Durchschlag

Arbeitgeber

Seite 3

Gelb

Durchschlag

Erkrankter Arbeitnehmer (für die persönliche Ablage)

Seite 4

Weiß

Durchschlag

Behandelner Arzt

Die AU-Bescheinigung folgt immer dem gleichen Aufbau und besteht aus vier durchschreibenden Seiten. Erkrankte Arbeitnehmer sollten unbedingt darauf achten, die jeweilige Seite richtig abzugeben. Denn zum Beispiel enthält die zweite etwas kleinere Seite (für den Arbeitgeber) keine Informationen zum genauen Krankheitsbild.

AU-Schein: Übersicht der verschiedenen Seiten

Informationen auf der AU-Bescheinigung

Auf der AU-Bescheinigung sind vermerkt:

  • Krankenkasse oder Kostenträger (beispielsweise AOK, Barmer oder TK)
  • Name, Adresse, Geburtsdatum und Versichertennummer des erkrankten Arbeitnehmers,
  • Kostenträgerkennung,
  • Arztnummer und Name des attestierenden Arztes,
  • Datumsangaben der Ausstellung der Bescheinigung, der Feststellung sowie des Beginns und des voraussichtlichen Endes der Arbeitsunfähigkeit,
  • Erstbescheinigung oder Folgebescheinigung,
  • ist Arbeit die Ursache (ja/nein),
  • Durchgangsarzt zugewiesen (ja/nein).


Auf der ersten, dritten und vierten Seite der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung sind zusätzlich Informationen vermerkt, die nicht an den Arbeitgeber gehen. Hintergrund sind der Gesundheitsdatenschutz und die ärztliche Schweigepflicht.

  • bis zu sechs Erkrankungen oder Symptomkomplexe, welche eine Arbeitsunfähigkeit begründen können nach ICD-10 verschlüsselt, (fällt weg bei einer AU-Bescheinigungen vom Zahnarzt),
  • Status des Versicherten,
  • Betriebsstättennummer,
  • Unfall als Ursache (ja oder nein),
  • Versorgungsleiden (ja oder nein),
  • Rehabilitations-Leistungen erforderlich (ja oder nein),
  • stufenweise Wiedereingliederung (ja oder nein),
  • sonstige besondere Maßnahmen,
  • Krankengeldfall (ja oder nein),
  • gegebenenfalls Endbescheinigung (ja oder nein),

Darf der Arbeitgeber die AU-Bescheinigung anzweifeln?

Bezweifelt der Arbeitgeber die Richtigkeit der ärztlichen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung, so kann er die gutachterliche Überprüfung durch den Medizinischen Dienst verlangen.

Arbeiten trotz Krankschreibung?

Rechtlich gesehen, ist das Arbeiten trotz Krankschreibung erlaubt. Es gibt für den Arbeitnehmer kein Arbeitsverbot für die Dauer der AU-Bescheinigung. Es darf frei entschieden werden, ob man vorzeitig in der Lage ist, die Arbeit wieder aufzunehmen.

Wenn der Arbeitgeber aber einen krankgeschrieben Angestellten arbeiten lässt, verstößt er mitunter gegen seine Fürsorgepflicht und riskiert eine Schadensersatz. Daher darf er sich bei Zweifel an der Genesung über eine Gesundschreibung, ein erneute ärztliche Überprüfung des Gesundheitszustandes, absichern. Im Härtefall kann der Arbeitgeber auch ein Arbeitsverbot an den erkrankten Angestellten aussprechen.