Einschreiben: Definition, Kosten und Verwendung

Einschreiben: Definition, Kosten und Verwendung

Inhalt:

Was ist ein Einschreiben?

Einschreiben sind eine Form des Briefversands mit einem Nachweis über die Zustellung des Briefs an den Empfänger. Diese Empfangsbestätigung kann im Rechtsfall ein wichtiges Beweismittel darstellen. Neben Briefen können auch Postkarten und Blindensendungen per Einschreiben versendet werden. 

Einschreiben gelten als besonders sicher, da der Versender im Falle eines Rechtsstreits nachweisen kann, dass das Schreiben versendet beziehungsweise (je nach Art des Einschreibens) vom Empfänger entgegengenommen wurde. Der fristgerechte Zugang eines Schreibens beim Empfänger kann entscheidend sein, etwa wenn es um Kündigungsfristen oder Widerspruchsfristen geht.

Was wird per Einschreiben verschickt?

Aus juristischer Sicht ist es empfehlenswert, Schreiben, die bei Zugang Rechtsfolgen auslösen, per Einschreiben zu versenden. Darunter fallen unter anderem rechtsgeschäftliche Erklärungen, Fristsachen und Erklärungen gegenüber Behörden und Gerichten.

Rechtsgeschäftliche Erklärungen 

Fristsachen 

  • Bewerbungsschreiben 
  • Steuererklärung

Erklärungen gegenüber Behörden und Gerichten

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Welches Einschreiben ist das beste?

Grundsätzlich bieten das Einschreiben mit Rückschein und das eigenhändige Einschreiben die höchste Sicherheit, es kommt allerdings auch auf den Verwendungszweck an, welches Anschreiben am geeignetsten ist. Tatsächlich handelt es sich auch nicht um verschiedene Arten von Einschreiben, sondern Zusatzoptionen, die ergänzend zum Einschreiben erworben werden können.

Einschreiben Standard

Das normale Einschreiben wird persönlich beim Empfänger, bei einer bevollmächtigten Person oder bei einer empfangsberechtigten Person abgegeben. Als empfangsberechtigte Personen gelten zum Beispiel Ehepartner, volljährige Kinder, Eltern, Schwiegereltern oder Geschwister. Die Person, die das Einschreiben in Empfang nimmt, bestätigt dies mit einer Unterschrift.

Sollten weder der Empfänger persönlich noch alternative Empfangsberechtigte anzutreffen sein, wird das Einschreiben nicht zugestellt. Im schlimmsten Fall verstreichen dann in Folge dessen wichtige Fristen. Sowohl die Einschreibenmarke, als auch der Einlieferungsbeleg beinhalten einen Sendungsnummer für die Online Sendungsverfolgung des Schreibens.

Bei Kündigungen des Mietverhältnisses ist der Versand als Standard-Einscheiben ratsam.

Einschreiben Einwurf 

Im Gegensatz zum normalen Einschreiben wird hier nicht der persönliche Empfang dokumentiert, sondern nur der Einwurf in den Briefkasten des Empfängers. Ebenso wie beim normalen Einschreiben ist eine Online-Sendungsverfolgung über die Sendungsnummer möglich.

Es kann sein, dass das Zustellungsdatum und das Empfangsdatum sich unterscheiden. Vor Gericht kann dieser Unterschied darüber entscheiden, ob eine wichtige Frist eingehalten wurde oder nicht. 

Das Einwurf-Einschreiben eignet sich zum Beispiel für den Versand der Steuererklärungen und für den Kündigungsversand an einen Stromanbieter, eine Versicherung oder ein Fitnessstudio.

Einschreiben Eigenhändig 

Das eigenhändige Einschreiben darf nur dem Empfänger persönlich übergeben werden. Alleinige Ausnahme ist, wenn eine Person zum Empfang schriftlich bevollmächtigt wurde. Der Sender kann den Auslieferungsbeleg digital einsehen, sobald das Einschreiben eingegangen ist. Auch für das eigenhändige Einschreiben ist eine Online-Sendungsverfolgung verfügbar. 

Einschreiben mit Rückschein

Das Einschreiben mit Rückschein wird gegen Unterschrift an den Empfänger persönlich oder an einen Empfangsberechtigten ausgeliefert. Der Absender erhält postalisch den Rückschein mit der Unterschrift des Empfängers und dem Datum der Zustellung als Auslieferungsbeleg. Sollte weder der Empfänger noch eine empfangsberechtigte Person anwesend sein, wird in der Regel ein Benachrichtigungsschein beim Empfänger hinterlegt.

Damit ist das Einschreiben mit Rückschein vor Gericht deutlich sicherer. Das auf dem Rückschein genannte Datum wird vor Gericht als Empfangsdatum anerkannt. Daher wird empfohlen das Einschreiben mit Rückschein zum Beispiel für den Versand von Kündigungen an den Arbeitgeber zu verwenden.

Bis Oktober 2022 musste für das Einschreiben mit Rückschein ein rosa Rückschein vom Absender ausgefüllt und aufgeklebt werden, dieser Schritt entfällt inzwischen. Beim Versand muss darauf geachtet werden, dass auch die Adresse des Absenders deutlich auf der Vorderseite festgehalten ist. Denn der Rückschein (also die schriftliche Empfangsbestätigung) wird inzwischen automatisiert an die Absenderadresse versendet.

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Wie viel kostet ein Einschreiben?

Die Kosten für ein Einschreiben innerhalb Deutschlands richten sich nach der Art des Einschreibens und dem Gewicht des Einschreibens. Aktuell liegen die Kosten für nationale Einschreiben zwischen 3,50 € und 7,60 €.

Kosten für Einschreiben bei der Deutschen Post, Stand 2023:

Kleiner Brief

Brief mit kleinem Umschlag (bis 23,5 x 12,5 cm) unter 20 g als Einschreiben 

Einschreiben Kosten
Einschreiben Standard 3,50 €
Einschreiben Einwurf 3,20 €
Einschreiben eigenhändig 5,70 €
Einschreiben mit Rückschein 5,70 €

Kompaktbrief

Kompaktbrief unter 50 g als Einschreiben 

Einschreiben Kosten
Einschreiben Standard 3,65 €
Einschreiben Einwurf 3,35 €
Einschreiben eigenhändig 5,85 €
Einschreiben mit Rückschein 5,80 €

Großbrief

Großbrief unter 500 g als Einschreiben 

Einschreiben Kosten
Einschreiben Standard 4,25 €
Einschreiben Einwurf 3,95 €
Einschreiben eigenhändig 6,45 €
Einschreiben mit Rückschein 6,45 €

Maxibrief 

Maxibrief unter 1000 g als Einschreiben 

Einschreiben Kosten
Einschreiben Standard 5,40 €
Einschreiben Einwurf 5,10 €
Einschreiben eigenhändig 7,60 €
Einschreiben mit Rückschein 7,60 €

Einschreiben bei regionalen Post-Anbietern (wie etwa bei der PIN Mail oder MZZ Briefdienst) können preislich abweichen.