
Bei welchen Krankheiten steht mir eine Erwerbsminderungsrente zu?
In Deutschland bekommen momentan knapp 1,74 Millionen Menschen Rente wegen Erwerbsminderung. Davon beziehen laut aktuellen Statistiken der Deutschen Rentenversicherung 74.836 Menschen Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung. Die durchschnittliche Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung beträgt 683,00 € und die Rente wegen voller Erwerbsminderung liegt im Durchschnitt bei 1.110,00 € pro Monat.
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Ursachen für die Erwerbsminderungsrente
Die Ursachen für die verminderte Erwerbsfähigkeit sind vielfältig. Trotzdem bildet sich in den Statistiken der Deutschen Rentenversicherung ab, dass bestimmte Krankheiten besonders häufig zum Anspruch auf Erwerbsminderungsrente führen. Mit großem Abstand führen Erkrankungen der Psyche am häufigsten zu verminderter Erwerbsfähigkeit. Die Indikationsgruppe der Psychosomatik und Psychotherapie macht mehr als ein Drittel der EM-Renten aus.
Eine Krankheit sichert nicht automatisch den Anspruch auf Erwerbsminderungsrente. Entscheidend ist, wie stark die Einschränkung ist, einem Beruf regelmäßig nachzugehen.
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Bei diesen Krankheiten steht Ihnen eine Erwerbsminderungsrente zu:
Orthopädie
Anteil
- 9,2 % aller Renten-Neuzugänge wegen Erwerbsminderung im Jahr 2025 sind orthopädischen Gründen zuzuordnen.
- Rund 16.220 Betroffene erhalten neu eine Erwerbsminderungsrente, weil sie durch eine Krankheit des Bewegungsapparats eingeschränkt sind.
Beispiel-Krankheiten für Erwerbsminderungsrente
- Bandscheibenvorfall
- Hüftdysplasie
- Skoliose
- Arthrose
- Rheuma
- Sklerodermie
- Wirbelsäulenversteifung
Kardiologie
Anteil
- 3,35 % der neuen EM-Renten sind aus dem Bereich Kardiologie.
- 5.889 Menschen bekamen 2025 eine EM-Rente aufgrund einer Herz-Kreislauf-Erkrankung.
Folgende Krankheiten führen oft zu einer Erwerbsminderungsrente
- Rheumatische Herzkrankheiten
- Herzinfarkt
- Koronare Herzerkrankung
- Herzmuskelentzündung
Gastroenterologie
Anteil
- 1,69 % aller Neuzugänge unter den Erwerbsminderungsrentnern sind der Gastroenterologie zuzuordnen.
- Insgesamt erhalten also 2.972 Rentner eine Rente wegen teilweiser oder voll eingeschränkter Erwerbsfähigkeit.
Beispiel-Diagnosen für Erwerbsminderungsrente
- Morbus Crohn
- Morbus Basedow
- Gastritis
- Hepatitis
Pulmologie
Anteil
- Etwa 3,73 % aller neuen EM-Renten in 2025 sind einer pulmonologischen Diagnose zuzuordnen.
- 2025 gab es 6.565 neue Erwerbsminderungsrentner mit Krankheiten des Atmungssystems.
Beispiel-Diagnosen bei denen die Erwerbsfähigkeit gemindert ist
- Lungenödem
- COPD (chronisch obstruktive Lungenkrankheit)
- Asthma
- Lungenemphysem
Hämatologie und Onkologie
Anteil
- 14,05 % aller neuen EM-Renten in 2025 fallen in den hämatologischen und onkologischen Bereich.
- In ganzen Zahlen: rund 24.730 Betroffene
Beispiel-Diagnosen für Erwerbsminderungsrente
- Prostatakrebs
- Brustkrebs
- Lungenkrebs
- Darmkrebs
- Hautkrebs
- Blutkrebs
Psychosomatik & Psychotherapie
Anteil
- Mit 41,09 % macht die Indikationsgruppe Psychosomatik und Psychotherapie den größten Anteil an Neuzugängen aus.
- Insgesamt 72.301 (teilweise) Erwerbsgeminderte auf Grund von psychischen Krankheiten und psychosomatischen Krankheiten.
- Seit 1996 hat sich der Anteil der Rentner, die auf Grund von psychosomatischen und psychotherapeutischen Diagnosen erwerbsgemindert sind, von 20,1 % auf 41,09 % mehr als verdoppelt.
Beispiel-Diagnosen für Erwerbsminderungsrente
- Wiederkehrende Depressionen (Rezidivierende depressive Störung)
- Depressive Episode
- Somatoforme Störungen
- Reaktionen auf schwere Belastungen und Anpassungsstörungen
Neurologie
Anteil an allen EM-Renten
- 13,45 % der (teilweise) Erwerbsminderungsrenten sind neurologischen Diagnosen zuzuordnen.
- 23.677 der EM-Renten liegt eine Erkrankung des Nervensystems zugrunde.
Bei diesen Krankheitsbildern besteht häufig Anspruch auf eine Rente wegen Erwerbsminderung
- Epilepsie
- Lähmungen
- Chorea Huntington
- Multiple Sklerose (MS)
- Parkinson
- Tremor
- Spinale Muskelatrophie
- Polyneuropathie
- Spinalkanalstenose
Suchterkrankung
Anteil
- 2,9 % aller EM-Rentner haben in 2024 aufgrund einer Suchterkrankung eine volle oder teilweise Erwerbsminderungsrente bezogen.
- 5.095 Menschen sind aufgrund einer Suchterkrankung erwerbsgemindert und erhalten eine EM-Rente.
Beispiel-Diagnosen für Erwerbsminderungsrente
- Schmerzmittelabhängigkeit
- Alkoholsucht
- Drogensucht
- Medikamentensucht
Sonstige Krankheiten
Anteil
- 10,35 % der in 2025 neu genehmigten Renten wegen (teilweiser) Erwerbsminderung fallen auf sonstige Krankheiten. Seit diesem Jahr führt die Deutsche Rentenversicherung die Indikationsgruppen Angiologie, HNO, Augenheilkunde, Lymphologie, Nephrologie, Rheumatologie, Urologie, Frauenheilkunde und Dermatologie separat auf.
- Das entspricht 18.529 der 175.978 Rentenzugänge.
Auch bei folgenden Diagnosen ist die Erwerbsfähigkeit häufig voll oder teilweise gemindert
- HIV
- Tuberkulose
- Glaukom/Grüner Star
- Hashimoto
- Down-Syndrom
- Hörverlust/Taubheit
- Chronische Fatigue (CFS)
- oder wenn keine Aussage möglich ist
Antrag auf Erwerbsminderungsrente
Die Rentenversicherung prüft in jedem Einzelfall in einem Verwaltungsverfahren, ob die Krankheit tatsächlich zu einer Erwerbsminderung führt und ob der Betroffene dauerhaft nicht mehr in der Lage ist, einen Beruf auszuüben. Sollte der Antrag auf eine Erwerbsminderungsrente zu Unrecht abgelehnt werden, gibt es die Möglichkeit, Widerspruch gegen den abgelehnten Rentenantrag einzulegen.



