Urlaub – die Schönste Zeit des Jahres!

Die 12 häufigsten Fragen zum Urlaubsrecht

1. Wie viel Urlaub habe ich eigentlich?
Immer wieder kommt es vor, dass Arbeitnehmer nicht genau wissen,, wieviel Urlaub Ihnen eigentlich zusteht. Für Klarheit kann ein Blick in den Arbeitsvertrag sorgen, aber auch in eine Betriebsvereinbarung oder einen Tarifvertrag. Findet sich dort keine Regelung zum Urlaub, richtet sich die Höhe Ihres Anspruches nach den gesetzlichen Regelungen des BUrlG. Arbeiten Sie regelmäßig an fünf Werktagen in der Woche haben Sie einen Urlaubsanspruch in Höhe von 20 Tagen. Im Falle einer 6-Tage-Woche stehen Ihnen per Gesetz jedoch 24 Urlaubstage pro Jahr zu. Darüber hinaus steht es Ihrem Arbeitgeber frei Ihnen einen zusätzlichen Urlaubsanspruch zu gewähren.

Wir beraten Sie gerne und helfen Ihnen den Regelungsdschungel sicher zu durchkämmen.
Sie erreichen uns über 0800 7 150 150 oder www.hopkins.law.

2. Wie bekomme ich Urlaub, wie kann ich meinen Urlaub nehmen?
Sie müssen den Urlaub beantragen und dieser wird von Ihrem Arbeitgeber genehmigt. Die Form des Antrages richtet sich nach den betrieblichen Gegebenheiten. Eine Selbstbeurlaubung ist keine gute Idee. In diesem Fall droht eine Abmahnung und im schlimmsten Fall eine fristlose Kündigung.

3. Muss mein Arbeitgeber den Urlaub genehmigen und darf einmal genehmigter Urlaubs widerrufen werden?
Grundsätzlich haben Sie einen Anspruch auf die Gewährung des Ihnen zustehenden Urlaubs, es sei denn dringende betriebliche Gründe (z.B. erhebliche personelle Engpässe, besondere Zeiten wie Schulferien, etc.) stehen dem entgegen. Der Widerruf von einmal genehmigten Urlaub darf nur in extremen Ausnahmefällen, etwa bei einer Gefährdung der Existenz des Betriebes, erfolgen, aber auch nur, wenn es keine anderen Mittel gibt.

4. Wann habe ich den vollen Urlaubsanspruch?
Der volle Anspruch auf den Jahresurlaub entsteht nach erstmaligem Verstreichen der sogenannten Warte- oder Probezeit von sechs Monaten. Treten Sie also in der ersten Jahreshälfte in das Arbeitsverhältnis ein, erwerben Sie noch vor dem Ablauf des aktuellen Kalenderjahres den vollen Urlaubsanspruch. In allen anderen Fällen erwerben Sie lediglich einen anteiligen Anspruch auf Jahresurlaub in Höhe eines 1/12 für jeden Monat, den das Arbeitsverhältnis bestanden hat. So ist es etwabei einer nicht erfüllter Wartezeit oder bei einem Ausscheiden in der ersten Jahreshälfte nach erfüllter Wartezeit. Hier entsteht der Anspruch lediglich teilweise oder wird anteilig gekürzt. Wir das Arbeitsverhältnis jedoch in der zweiten Jahreshälfte beendet, haben Sie nach erfüllter Wartezeit den vollen Anspruch auf Jahresurlaub.
Wichtig ist, in den Folgejahren muss die Wartezeit nicht erneut erreicht werden. Somit entsteht Ihr voller Urlaubsanspruch bereits am ersten Tag des Folgejahres, ungeachtet etwaiger Kürzungen bei Ausscheiden in der ersten Jahreshälfte. Sie sehen, es ist kompliziert. Abweichende Regelungen können von Ihnen und Ihrem Arbeitgeber getroffen werden, aber auch die Betriebs- oder Tarifparteien können abweichende Regelungen treffen. Wir helfen Ihnen gerne auch komplizierte oder komplexeegelungen durchzuschauen.

Kontaktieren Sie uns jederzeit zu Fragen die Ihren Urlaubs betreffen unter 0800 7 150 150.

5. Wie viel Urlaub darf ich am Stück nehmen?
Der Urlaub ist per Gesetz grundsätzlich zusammenhängend zu gewähren, es sei denn dass dringende betriebliche oder in der Person des Arbeitnehmers liegende Gründe eine Teilung des Urlaubs erforderlich machen. Bezogen auf eine sechs-Tage-Woche sind dem Arbeitgeber mindestens zwölf Urlaubstage zusammenhängend zu gewähren, bei einer fünf-Tage-Woche sind ihm zehn Tage zusammenhängend zu gewähren.

6. Was passiert mit meinem Urlaubsanspruch, wenn ich im Urlaub krank werde?
Erkranken Sie während Ihres Jahresurlaubs, werden die Tage der Krankheit nach Vorlage eines ärztlichen Attestes ab dem ersten Tag der Erkrankung, auf den Jahresurlaub nicht angerechnet und die Urlaubstage gutgeschrieben

7. Muss ich an Heiligabend oder Silvester einen vollen Tag Urlaub nehmen?
Sowohl der 24.12. als auch der 31.12. sind ganz normale Werktage, an denen Sie voll arbeiten müssen. Anders ist es allerdings, wenn Ihr Arbeitgeber Ihnen drei Jahre in Folge an diesen Tagen frei gibt. Dann könnte ein Fall der sogenannten betrieblichen Übung vorliegen, woraus sich ein Urlaubsanspruch für Sie ergeben könnte.

8. Darf der Arbeitgeber Betriebsferien anordnen?
In einem betriebsratlosen Betrieb darf der Arbeitgeber (durch sein Direktionsrecht) Betriebsferien anordnen.

9. Was geschieht mit meinem Resturlaub, wenn ich diesen mit in das neue Kalenderjahr nehmen muss?
Grundsätzlich ist der Urlaub im laufenden Kalenderjahr zu gewähren und zu nehmen. Wird der Urlaub jedoch in das folgende Kalenderjahr übertragen, ist dieser bis zum 31.03. des Folgejahres zu nehmen. Sie müssen den Urlaub allerdings beantragen, sonst verfällt er. Das ist nur dann nicht der Fall, wenn der Arbeitgeber den Arbeitnehmer zuvor in die Lage versetzt hat, den Urlaub zu nehmen und der Arbeitnehmer den Urlaub dennoch aus freien Stücken nicht genommen hat (BAG Urteil v. 19.02.2019, 9 AZR 423/16).

10. Habe ich einen Urlaubsanspruch, wenn ich den Arbeitgeber wechsle?
Bei einem Arbeitgeberwechsel kommt es für den Urlaubsanspruch auf den Zeitpunkt an. Entscheidend ist, ob der Arbeitgeberwechsel in der ersten oder zweiten Jahreshälfte erfolgt. Zudem müssen Sie dem neuen Arbeitgeber eine Urlaubsbescheinigung vorlegen, wenn es zum Streit, über den vom ehemaligen Arbeitgeber bereits gewährten Urlaub kommt. Zudem darf Ihnen noch nicht der volle Urlaubsanspruch gewährt worden sein.

11. Und was ist mit meinem Resturlaub im Falle einer Kündigung?
Grundsätzlich sind Ihnen der Urlaubsanspruch, den Sie bis zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses nicht nehmen können, abzugelten. Fingerspitzengefühl ist im Hinblick auf diesbezügliche Regelungen in einem Abwicklungsvertrag geboten. So kommt es neben dem Zeitpunkt Ihres Ausscheidens aus dem Arbeitsverhältnis entscheidend auf die Bedingungen einer möglichen Freistellung an.

12. Urlaub ohne Arbeit?
Auch ohne Arbeit kann ihnen nach ein Urlaubsanspruch zustehen, es sei denn eine gesetzliche Regelung sieht eine Möglichkeit zur Kürzung des Urlaubsanspruches vor. So haben Sie während Mutterschutzzeit, der Pflegezeit, eines Sonderurlaubs oder einer Freistellung einen ungekürzten Urlaubsanspruch. Während der Elternzeit kann der Urlaub jedoch um ein Zwölftel je Monat gekürzt werden.



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