Welche Fristen Sie bei Kündigungen unbedingt beachten sollten

Und wie sich Ihre persönliche Kündigungsfrist am einfachsten berechnen lässt

Zu wann ein Arbeitsverhältnis gekündigt werden kann, bestimmt sich durch Kündigungsfristen. Diese sind zuallererst im Gesetz zu finden, in § 622 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB). Aber auch im Arbeitsvertrag oder in einem Tarifvertrag sind Regelungen zu Kündigungsfristen zu finden. Die entsprechende Kündigungsfrist ist beispielsweise sehr wichtig für den Bezug von Arbeitslosengeld oder bei Beginn eines neuen Arbeitsverhältnisses. Eine außerordentliche, also fristlose Kündigung kann mit sofortiger Wirkung erklärt werden. Außerordentliche Kündigungen unterliegen strengen gesetzlichen Voraussetzungen, u.a. ist ein sog. “wichtiger Grund” erforderlich. Die meisten Kündigungen sind daher ordentliche, fristgebundene Kündigungen.

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Die wichtigsten Fakten zu Kündigungsfristen im Arbeitsverhältnis

Welche Kündigungsfrist ist zu beachten und wie erfolgt die genaue Berechnung der Frist zur Kündigung? Gilt möglicherweise eine Ausnahme? Antworten geben wir im Folgenden:

Gesetzliche Kündigungsfristen

Der Grundsatz von gesetzlichen Kündigungsfristen lautet: Je länger das Arbeitsverhältnis andauert, desto längere Kündigungsfristen sind für Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu beachten. Übermäßig lange Kündigungsfristen von beispielsweise mehreren Jahren, sind in aller Regel unwirksam, dem Arbeitnehmer soll so mehr Flexibilität bei einem Arbeitgeberwechsel ermöglicht werden. Besteht das Arbeitsverhältnis noch keine zwei Jahre, so kann mit einer Frist von vier Wochen zum 15. eines Monats oder zum Monatsende gekündigt werden.

Beispiel:
Am 01.10. erhält der Arbeitnehmer die Kündigung. Das Arbeitsverhältnis besteht seit 1,5 Jahren.
Danach ist eine Kündigungsfrist von 4 Wochen zu berücksichtigen.
Eine Kündigung ist demnach frühestens zum 31.10. möglich. Ab Zugang der Kündigung beginnt die Fristberechnung.
Dauert ein Arbeitsverhältnis bereits 10 Jahre, so ist eine gesetzliche Kündigungsfrist von 4 Monaten zum Monatsende zu berücksichtigen. Gesetzliche Kündigungsfristen sind von Arbeitgebern und Arbeitnehmern gleichermaßen zu berücksichtigen.

Kündigung in der Probezeit

Während der Probezeit, die maximal 6 Monate andauern darf, gilt für den Arbeitgeber als auch für den Arbeitnehmer eine Kündigungsfrist von zwei Wochen.

Kündigungsfristen im Arbeitsvertrag

Meist findet sich in einem Arbeitsvertrag lediglich der Hinweis auf die gesetzlichen Fristen. Durch den Arbeitsvertrag können die gesetzlichen Fristen nicht einfach verkürzt werden. Aber sie können durch Arbeitsvertrag verlängert werden. Danach kann beispielsweise für beide Parteien eine Kündigungsfrist von drei Monaten vereinbart werden. Die Kündigungsfrist für den Arbeitnehmer darf in keinem Fall länger sein, als die des Arbeitgebers.

Kündigungsfristen im Tarifvertrag

Einzig durch Tarifvertrag kann die gesetzliche Kündigungsfrist verkürzt werden. Ob ein Tarifvertrag Anwendung findet, ist in aller Regel im Arbeitsvertrag geregelt. Aber auch ein allgemeinverbindlicher Tarifvertrag kann für bestimmte Branchen immer Anwendung finden, beispielsweise im Friseurhandwerk oder im Maler- und Lackierhandwerk.
Unbedingt beachten: Lassen sich im Arbeitsvertrag, sowie im Tarifvertrag unterschiedliche Fristen finden, so gilt für den Arbeitnehmer diejenige Frist, die für ihn günstiger ist.

Die wichtigsten Ausnahmen bei Kündigungsfristen

Arbeiten in einem Unternehmen weniger als zwanzig Arbeitnehmer, so kann eine Kündigungsfrist von vier Wochen im Arbeitsvertrag geregelt sein. Dann spricht man von sogenannten Kleinbetrieben. In diesem besonderen Fall kann die gesetzliche Kündigungsfrist verkürzt werden.
Auch im Falle einer Insolvenz, kann der Insolvenzverwalter den Arbeitnehmern mit einer Frist von drei Monaten zum Monatsende kündigen, außer es ist eine kürzere Kündigungsfrist zu berücksichtigen.
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