Welche Fristen Sie bei Kündigungen unbedingt beachten sollten

Und wie sich Ihre persönliche Kündigungsfrist am einfachsten berechnen lässt

Zu wann ein Arbeitsverhältnis gekündigt werden kann, bestimmt sich durch Kündigungsfristen. Diese sind zuallererst im Gesetz zu finden, in § 622 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB). Aber auch im Arbeitsvertrag oder in einem Tarifvertrag sind Regelungen zu Kündigungsfristen zu finden. Die richtige Kündigungsfrist hat beispielsweise entscheidenden Einfluss auf den Bezug von Arbeitslosengeld oder bei Beginn eines neuen Arbeitsverhältnisses. Eine außerordentliche, also fristlose Kündigung kann mit sofortiger Wirkung erklärt werden. Außerordentliche Kündigungen unterliegen strengen gesetzlichen Voraussetzungen, u.a. ist ein sog. “wichtiger Grund” erforderlich. Die meisten Kündigungen sind daher ordentliche, fristgebundene Kündigungen.

Hier geben wir einen kurzen Überblick zum Thema Kündigungsfristen
  1. In einem Arbeitsvertrag findet man wichtige Hinweise, welche Kündigungsfrist gilt.
  2. Gilt die gesetzliche, arbeitsvertragliche oder tarifvertragliche Kündigungsfrist.
  3. Finden sich mehrere Regelungen, so gilt die für den Arbeitnehmer günstigere.
  4. Innerhalb der Probezeit gilt immer die Kündigungsfrist von zwei Wochen.
  5. Liegt ein Sonderfall oder eine Ausnahme vor, können abweichende Regelungen zur Kündigungsfrist greifen.

Alle detaillierten Informationen, die man zum Thema Kündigungsfristen wissen sollte
Welche Kündigungsfrist ist zu beachten und wie erfolgt die genaue Berechnung der Frist? Gilt möglicherweise eine Ausnahme? Antworten geben wir im Folgenden:

Gesetzliche Kündigungsfristen
Der Grundsatz von gesetzlichen Kündigungsfristen lautet: Je länger das Arbeitsverhältnis andauert, desto längere Kündigungsfristen sind für Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu beachten. Übermäßig lange Kündigungsfristen von beispielsweise mehreren Jahren, sind in aller Regel unwirksam, dem Arbeitnehmer soll so mehr Flexibilität bei einem Arbeitgeberwechsel ermöglicht werden. Besteht das Arbeitsverhältnis noch keine 2 Jahre, so kann mit einer Frist von 4 Wochen zum 15. eines Monats oder zum Monatsende gekündigt werden.
Beispiel:
Am 01.10. erhält der Arbeitnehmer die Kündigung. Das Arbeitsverhältnis besteht seit 1,5 Jahren.
Danach ist eine Kündigungsfrist von 4 Wochen zu berücksichtigen.
Eine Kündigung ist demnach frühestens zum 31.10. möglich. Ab Zugang der Kündigung beginnt die Fristberechnung.
Dauert ein Arbeitsverhältnis bereits 10 Jahre, so ist eine gesetzliche Kündigungsfrist von 4 Monaten zum Monatsende zu berücksichtigen. Gesetzliche Kündigungsfristen sind von Arbeitgebern und Arbeitnehmern gleichermaßen zu berücksichtigen.

Kündigung in der Probezeit
Während der Probezeit, die maximal 6 Monate andauern darf, gilt für den Arbeitgeber als auch für den Arbeitnehmer eine Kündigungsfrist von zwei Wochen.

Kündigungsfristen im Arbeitsvertrag
Meist findet sich in einem Arbeitsvertrag lediglich der Hinweis auf die gesetzlichen Fristen. Durch den Arbeitsvertrag können die gesetzlichen Fristen nicht einfach verkürzt werden. Aber sie können durch Arbeitsvertrag verlängert werden. Danach kann beispielsweise für beide Parteien eine Kündigungsfrist von 3 Monaten vereinbart werden. Die Kündigungsfrist für den Arbeitnehmer darf in keinem Fall länger sein, als die des Arbeitgebers.


Kündigungsfristen im Tarifvertrag
Einzig durch Tarifvertrag kann die gesetzliche Kündigungsfrist verkürzt werden. Ob ein Tarifvertrag Anwendung findet, ist in aller Regel im Arbeitsvertrag geregelt. Aber auch ein allgemeinverbindlicher Tarifvertrag kann für bestimmte Branchen immer Anwendung finden, beispielsweise im Friseurhandwerk oder im Maler- und Lackierhandwerk. Lassen sich im Arbeitsvertrag, sowie im Tarifvertrag unterschiedliche Fristen finden, so gilt für den Arbeitnehmer diejenige Frist, die für ihn günstiger ist.

Ausnahmen bei Kündigungsfristen
Arbeiten in einem Unternehmen weniger als 20 Arbeitnehmer, so kann eine Kündigungsfrist von vier Wochen im Arbeitsvertrag geregelt sein. Dann spricht man von sogenannten Kleinbetrieben. In diesem besonderen Fall kann die gesetzliche Kündigungsfrist verkürzt werden.
Auch im Falle einer Insolvenz, kann der Insolvenzverwalter den Arbeitnehmern mit einer Frist von drei Monaten zum Monatsende kündigen, außer es ist eine kürzere Kündigungsfrist zu berücksichtigen.

Sollten Sie unsicher sein, welche Regelung für Sie gilt oder ob vielleicht eine Ausnahmesituation besteht, beraten wir Sie kostenfrei und unverbindliche unter der  0800 7 150 150.


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