Kündigung im Mutterschutz

Ein Ratgeber für werdende Mütter

Während der Schwangerschaft besteht ein besonderer Kündigungsschutz. Das Mutterschutzgesetz schützt Schwangere und Mütter vor einer Kündigung. Jede Mutter hat danach Anspruch auf den Schutz und die Fürsorge der Gemeinschaft.

Die wichtigsten Infos zur Kündigung im Mutterschutz
  1. Die Kündigung während Schwangerschaft und Mutterschutz ist in der Regel unwirksam.
  2. Der Arbeitgeber sollte Kenntnis von der Schwangerschaft haben oder er wird ab eigener Kenntnis innerhalb von zwei Wochen darüber informiert.
  3. Ein befristeter Arbeitsvertrag endet, ohne dass es einer Kündigung bedarf auch während Schwangerschaft und Mutterschutz.
  4. Schwangere oder Frauen im Mutterschutz können selbst unter Einhaltung der jeweils gültigen Fristen kündigen.
  5. Ausnahmen gelten nur mit Zustimmung der zuständigen Aufsichtsbehörde für Mutterschutz und Kündigungsschutz.

Alles was werdende Mütter zum Thema Kündigungsschutz wissen sollten
In der obigen Auflistung haben wir bereits die wichtigsten Informationen in Kurzform zusammengefasst. Im Folgenden soll alles was werdende Mütter zum Thema Kündigungsschutz wissen sollten, detailliert dargestellt.

Kündigungsverbot
Die Kündigung einer Frau während der Schwangerschaft, sowie bis zu vier Monaten nach der Entbindung ist unzulässig. Auch bei einer erlittenen Fehlgeburt nach der 12. Schwangerschaftswoche, ist eine Kündigung bis zu vier Monate danach unzulässig. Dieses Kündigungsverbot gilt bereits ab dem ersten Tag der Anstellung, demnach auch während der Probezeit.

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Kenntnis des Arbeitgebers
Wichtig ist, dass der Arbeitgeber bei Erklärung der Kündigung von der Schwangerschaft Kenntnis hatte. Jedoch ist eine spätere Kenntniserlangung, von der Schwangerschaft unschädlich. Teilen Sie dem Arbeitgeber innerhalb von 2 Wochen nach Erhalt der Kündigung mit, dass sie zum Zeitpunkt der Kündigungserklärung bereits schwanger waren. Die Kündigung wird damit dann unwirksam.
Hatte die Schwangere selbst keine Kenntnis von der Schwangerschaft, sondern hat erst nach dem Ablauf dieser zwei Wochen von ihrer Schwangerschaft erfahren, so kann die Mitteilung nachgeholt werden. Auch dann ist die Kündigung unwirksam.

Befristeter Arbeitsvertrag
Endet ein befristeter Arbeitsvertrag während der Schwangerschaft oder während des Mutterschutzes, so bedarf es keiner Kündigung. Das Arbeitsverhältnis muss nicht vom Arbeitgeber gekündigt werden, sondern endet automatisch mit Ablauf der Befristung. Dies gilt auch während der Schwangerschaft. Jedoch gilt auch bei einem befristeten Arbeitsvertrag der Kündigungsschutz während des Mutterschutzes bis zum Ablauf des Vertrages.

Kündigung durch die Arbeitnehmerin
Auch wenn der Arbeitgeber während des Mutterschutzes keine Kündigung erklären darf, so gilt dieses Verbot nicht für die Arbeitnehmerin. Das Arbeitsverhältnis kann unter Einhaltung der einschlägigen Kündigungsfrist durch die Schwangere oder die Frau im Mutterschutz gekündigt werden.
Durch eine eigene Kündigung riskiert man allerdings eine Sperrzeit für den Bezug von Arbeitslosengeld, sowie den Anspruch auf den Arbeitgeberzuschuss zum Mutterschaftsgeld.

Ausnahmen
Nur bei Vorliegen von besonderen Ausnahmefällen, kann eine Kündigung während der Schwangerschaft oder dem Mutterschutz wirksam sein. Zu diesen Ausnahmen zählt beispielsweise die Stilllegung des Betriebs oder eine Verlagerung des Betriebs, sodass eine Weiterbeschäftigung nicht mehr möglich ist. In allen Ausnahmefällen muss aber die vorherige Genehmigung der zuständigen Aufsichtsbehörde für Mutterschutz und Kündigungsschutz vor Ausspruch der Kündigung vom Arbeitgeber eingeholt werden. Eine Übersicht über die jeweiligen Aufsichtsbehörden aller Bundesländer finden Sie auf der Seite des BMFSFJ.


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