Befristete Arbeitsverträge

Gesetzliche Regelung von befristeten Arbeitsverträgen

Das Teilzeit- und Befristungsgesetz (kurz: TzBfG) regelt in Deutschland die Teilzeitarbeit und die Befristung von Arbeitsverträgen.

Zeitlich befristete Arbeitsverhältnisse enden automatisch mit dem Ablauf der vereinbarten Befristung. Es bedarf keiner Kündigung und es gibt somit auch keine besonderen Kündigungsfristen. Die Befristung ist nur wirksam wenn sie schriftlich vereinbart wurde, also zum Beispiel im Arbeitsvertrag aufgeführt wird und dieser von beiden Seiten unterschrieben worden ist.

Bei einigen Arbeitnehmern mit befristeter Beschäftigung ergibt sich die Befristung aus der Natur der Anstellungsart: 

  • Azubis (sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in Ausbildung),
  • Praktikanten,
  • FSJler oder FÖJler (Personen im freiwilligen sozialen oder freiwilligen ökologischen Jahr),
  • Teilnehmende an zeitlich befristeten arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen bei einem Rehabilitationsträger und
  • freiwilligen Wehrdienst Leistende.

Bei der Befristung unterscheidet man zwischen kalendermäßiger Befristung und zweckmäßiger Befristung.

Kalendermäßig geht eine Befristung über einen bestimmten Zeitraum bis ein feststehendes Datum erreicht wird.  
Beispiel 1: Das befristet Arbeitsverhältnis geht vom 13.09.2021 bis zum 12.09.2023.

Die Zweckmäßige Befristung endet mit einem fest-definierten Ereignisses, von dem der Arbeitgeber weiß, dass es stattfinden wird, jedoch den genauen Zeitpunkt nicht voraussagen kann. 
Beispiel 2: Das befristete Arbeitsverhältnis beginnt am 13.09.2021 und endet mit der Fertigstellung der Renovierungsarbeiten im Panorama-Hotel in Neustadt.

Einschränkungen und maximale Befristung

Zum Schutze der Arbeitnehmer sind Befristungen ohne Grund nur bedingt möglich. Sie dürfen daher grundsätzlich folgende Grenzen nicht überschreiten:
  • Befristung auf maximal zwei Jahre: innerhalb dessen kann das Arbeitsverhältnis bis zu drei Mal verlängert werden. Natürlich auch nur wenn nicht vorher schon ein Arbeitsverhältnis mit dem gleichen Arbeitgeber bestanden hat.
  • Befristung auf maximal vier Jahre: für Arbeitnehmende in frisch gegründeten Unternehmen (gilt für die ersten vier Jahre nach der Gründung)
  • Befristung auf maximal fünf Jahre: Arbeitnehmende, die älter als 52 sind und länger als vier Monate beschäftigungslos waren

Befristeter Arbeitsvertrag: Dauer der Befristung ohne Sachgrund (Tzbfg)
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Nachteile der Befristung

Ein großer Nachteil der Befristung ist der deutlich geringere Kündigungsschutz, denn eine Kündigungsschutzklage ist zum Befristungsende in der Regel nicht möglich. Handelte es sich jedoch um eine unzulässige Befristung - etwa weil die oben genannten Einschränkungen durch den Arbeitgeber nicht eingehalten wurden - kann der Arbeitnehmer vor dem Arbeitsgericht eine Klage gegen die Befristung erheben, die sogenannte Befristungskontrollklage. Diese Klage muss - wie die Klage gegen eine arbeitgeberseitige Kündigung - spätes­tens bin­nen drei Wo­chen nach dem ver­ein­bar­ten En­de des be­fris­te­ten Ar­beits­ver­tra­ges er­ho­ben werden (§ 17 Satz 1 Tz­B­fG). Während der Laufzeit eines befristeten Arbeitsvertrages ist dafür eine ordentliche Kündigung im All­ge­mei­nen nicht möglich (§ 15 Satz 3 Tz­B­fG), es sei denn diese ist ar­beits­ver­trag­lich oder durch ei­nen an­wend­ba­ren Ta­rif­ver­trag aus­drück­lich vor­ge­se­hen. Weitere Nachteile für den Arbeitnehmer sind unter anderem auch die deutlich schlechteren Möglichkeiten zur Lebensplanung, die deutliche geringe Sicherheit und die eingeschränkte Möglichkeit zur Wahrnehmung von Mutterschutz und Elternzeit. Der Normalfall sollte daher immer ein unbefristetes und dauerhaftes Arbeitsverhältnis sein. Trotzdessen sind derzeit (Stand: September 2021) rund 40 % der Neueinstellungen befristet.

Aktuelle Situation

Laut der Bundesagentur für Arbeit bekommen Frauen deutlich öfter einen befristeten Arbeitsvertrag und damit in eine prekärere berufliche und finanzielle Lage. Unter den Frauen, die 2020 sozialversicherungspflichtig angestellt wurden, bekamen rund 43% einen Arbeitsvertrag mit Befristung, jedoch nur 38% der Männer. Dieser Trend ist in den Vorjahren ebenfalls zu beobachten.
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